BIOMETHAN


Als Biomethan oder regeneratives Methan wird das bezeichnet, welches nicht fossilen Ursprungs ist, sondern aus biogenen Stoffen erzeugt wurde und z. B. Bestandteil von Biogas ist.

Das methanreiche Biogas entsteht beim mikrobiellen Abbau organischer Stoffe (Gärung). Dabei setzen Mikroorganismen unter anaeroben Bedingungen Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette in die Hauptprodukte Methan und Kohlenstoffdioxid um. Vor allem Energiepflanzen, Gülle und organische Reststoffe kommen als Ausgangssubstrate zum Einsatz. Das erzeugte Rohbiogas besteht dann zunächst nur aus etwa 50 bis 70 Prozent Methan (CH4), dem eigentlichen Energieträger. Um die Qualität von Erdgas zu erreichen, wird das Rohbiogas einer Aufbereitungsprozedur (Entschwefelung, Trocknung, Abtrennung von Kohlendioxid und Konditionierung) unterzogen. Anschließend wird das nun gewonnene Biomethan entweder komprimiert und in das Erdgasnetz zur Wärme- oder Energieerzeugung eingespeist, oder es kommt als Biokraftstoff für Erdgasfahrzeuge zur Verwendung.

Erdgastaugliche Fahrzeuge können auch mit Biomethan betrieben werden (DIN EN 16723-2:2017-10). In der Land- und Forstwirtschaft spielte Biomethan in der Vergangenheit eher eine geringe Rolle, da die Speicherung des gasförmigen Kraftstoffes eine Herausforderung darstellt. Seit einigen Jahren widmet sich aber u.a. New Holland systematisch der Erforschung der Biomethan Traktorentechnologie, im Jahr 2022 hat CNH mit dem T6 METHANE POWER einen 6-Zylinder-Gas-Ottomotor mit stolzen 132 kW Leistung in Serienproduktion gegeben, der ausschließlich mit Gas betrieben werden kann.

Aus ökologischer Sicht trumpft Biomethan beachtlich auf: Weitaus höher noch als bei der Nutzung von Erdgas können in Abhängigkeit von den Ausgangsstoffen Treibhausgaseinsparungen von rechnerisch bis zu 100 % und darüber erreicht. Möglich ist dies z.B. bei der Vergärung von Gülle in Biogasanlagen, weil dadurch Methanemissionen bei der Güllelagerung und Gülleausbringung vermieden und bei der Bilanzierung gutgeschrieben werden können. Einige Bauernhöfe wie z.B. der Energiehof Weitenau und die Biogas-Anlage Dannenberg betreiben bereits seit Jahren erfolgreich Tankstellen zur Versorgung der eigenen Betriebe und interessierter Nachbarhöfe.

Zu beachten ist, dass für die Bevorratung der gleichen Energiemenge wie die von Diesel sowohl im Traktorentank als auch in der Tankstelle ein fünffaches Volumen erforderlich. Zudem ist aktuell noch die Errichtung von CNG-Tankstellen deutlich teurer als die von flüssigen Kraftstoffen.

Zusammengefasst die Vorteile von Biomethan:

  • Zur Herstellung von regenerativem Methan dient eine breite Rohstoffbasis, die besonders in der Land- und Forstwirtschaft anfällt (Rest- und Abfallstoffe, Gülle, etc.). Dadurch ist ein hoher Grad an Versorgungssicherheit gegeben.
  • Komprimiertes Methan als Kraftstoff (CNG) erfüllt gemäß DIN EN 16723-2:2017-10 gleichbleibend hohe Qualität.
  • Der Einsatz von Biomethan trägt zum vorbeugenden Boden- und Gewässerschutz bei.
  • Sofern Methanemissionen im Abgas aus unverbranntem Kraftstoff (Methanschlupf) vermieden werden, trägt Methangas im Vergleich zu Dieselkraftstoff zu einer Treibhausgasminderung von 20 bis 200% bei.
  • Bei ausreichender Versorgung durch „Rohstoffe“ aus der Region kann Biomethan ein ausgesprochen kostengünstiger Kraftstoff sein.
  • Die lokale Erzeugung, Aufbereitung und Verwendung von Biomethan kann die regionale Wertschöpfung erheblich steigern.

Mehr Informationen zum Thema Biomethan finden Sie hier:

TFZ Straubing: https://www.tfz.bayern.de/biokraftstoffe/biomethan/index.php

KTBL: Alternative Antriebssysteme für Landmaschinen


New Holland testet, was Methan im Tank leisten kann. Der fünfwöchige Probelauf im niedersächsischen Dannenberg könnte wegweisend sein: landwirtschaftliche Maschinen, die statt mit Diesel oder Benzin mit umweltfreundlichem Methangas fahren.