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Biodiesel Tankzapfsäule

Biodiesel

Die geläufigere Bezeichnung von Fettsäuremethylester, kurz FAME (engl.: fatty acid methyl ester) lautet Biodiesel. Sie sind das Endprodukt eines chemischen Prozesses, nämlich der Umesterung von zumeist Pflanzenölen, wie dem aus Raps, Soja, Jotropha oder Palmöl. Auch Altspeisefette sowie tierische Fette können als Ausgangsprodukt dienen.
Durch die Umesterung werden die Fette dem Diesel ähnlichere Eigenschaften bekommen, um dann in Dieselmotoren zum Einsatz kommen zu können.

In der EU wird Biodiesel vorwiegend auf Basis von Rapsöl und Altspeisefetten hergestellt, zu einem geringeren Anteil aus Palmöl, Sonnenblumenöl und Sojaöl.



Schon gewusst?
Je nach Art des ursprünglichen Rohstoffs
unterscheidet man
verschiedene FAME, z.B.:
- Rapsölmethylester (RME)
- Altfettmethylester
(AME bzw. UCOME)
- Tierische Fettmethylester
...
 
HVO hingegen ist KEINE Biodiesel-Form, da es ein ein synthetischer Biokraftstoff ist.

Herstellung von Biodiesel

Die Umesterung erfolgt mit Hilfe eines Katalysators, der die hochmolekularen Triglyceride von Öle aufspaltet und diese nach Beimischung von Methanol zu niedriger molekularen Fettsäuremethylestern umwandelt. Ein Nebenprodukt ist das sehr vielseitig einsetzbare Glycerin, welches unter anderem als Feuchtigkeitsspender in vielen Kosmetika enthalten ist, aber auch als Frostschutzmittel, Schmierstoff und Weichmacher verwendet werden kann. Zudem wird Glycerin bei der Herstellung von Kunststoffen, Microchips, Farbstoffen sowie Zahnpasta benötigt.

Ein weiteres Nebenprodukt ist das Rapsschrot bzw. der Rapskuchen aus der Rapssaatverarbeitung, welcher als hochwertiger Eiweißlieferant als Futtermittel, aber auch bald in der Humanernährung Absatz finden wird.

Die Herstellung von Biodiesel kann sowohl im kleinen als auch im industriellen Maßstab erfolgen. Kommerzielle Anlagen weisen häufig hohe Produktionskapazitäten von mehreren 100.000 t Biodiesel im Jahr auf.

Nutzung von Biodiesel

Fettsäure-Methylester (Biodiesel) nach DIN EN 14214 ist grundsätzlich als Kraftstoff für konventionelle Dieselmotoren geeignet, sofern die Freigaben der Fahrzeughersteller vorliegen. Biodiesel kann in geeigneten Motoren in reiner Form – als B100 bezeichnet – oder als Mischung mit Mineralöldiesel z. B. als B7 verwendet werden; beide Kraftstoffe können aufgrund ihrer chemischen Ähnlichkeit abwechselnd getankt werden. Jedoch sollte, so warnt das TFZ, nach längerer Betankung des Wagens mit ausschließlich Diesel berücksichtigt werden, dass sich dann nach Betankung mit B100 Rückstände von Dieselkraftstoff im Kraftstoffsystem lösen können. Es besteht dann die Verstopfungsgefahr des Kraftstofffilters, sodass ein Filterwechsel erforderlich wird. Zudem ist ohne Freigabe des Fahrzeugherstellers von der Verwendung von B100 unbedingt abzusehen.

Die Qualitätsanforderungen an Fettsäure-Methylester sind in der Norm DIN EN 14214 geregelt. Darüber hinaus gehende Anforderungen sind von der Arbeitsgemeinschaft Qualitätsmanagement Biodiesel festgelegt.

Weitere Informationen erhalten Sie zudem z. B. beim Technologie- und Förderzentrum TFZ, bei der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) und in und in der KTBL-Veröffentlichung Alternative Antriebssysteme für Landmaschinen
 


Biokraftstofftaugliche Motoren

Industrieanlage klein

Biodiesel gibt es also als Reinform (FAME nach DIN EN 14214 oder auch "B100") sowie ist Mischform, hierzulande v.a. in Form von B7 mit einem 7 %-igen Anteil an Biodiesel bei verbleibenden 93 % Dieselkraftstoff.

Die Mischformen sind in der Regel problemlos möglich. Nach längerer Verwendung von Diesel sollte jedoch nicht unmittelbar auf B100 umgestiegen werden, da sich Rückstände von Dieselkraftstoff im Kraftstoff-system lösen und den Kraftstofffilter verstopfen können.

Ohnehin gilt, dass B100 nur nach Freigabe durch den Fahrzeughersteller verwendet werden darf. Folgende Listen gewähren eine Übersicht über herstellerseitige Freigaben von Nutzfahrzeugen und Motoren: 


Die vorliegende Freigabeliste gibt Auskunft, welche Nutzfahrzeuge
und Motoren problemlos mit höheren Anteilen von Biodiesel (B10,
B20, B30) und mit reinem Biodiesel (B100) betankt werden können.

[Download über VDB e.V.]

Ergänzend zur Biodiesel-Freigabeliste kann auch die umfangreiche "Übersicht zu land- und forstwirtschaftlichen Fahrzeugen mit herstellerseitigen Freigaben" zu Rate gezogen werden. 

[Download über die Seite des Technologie- und Förderzentrum Straubing.

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