Allerorts arbeiten die Abteilungen der Forschung und Entwicklung mit Hochdruck daran, "saubere" Antriebslösungen zu finden, auch in der Landtechnik. Was aber tun mit dem aktuell im Betrieb befindlichen Fuhrpark der Land- und Forstwirtschaft?
Die Bayerischen Staatsgüter machen es vor und rüsten stückweise ihre insgesamt 301 Maschinen unter der Expertise und bei intensivem Monitoring durch das TFZ um. Anstelle von fossilem Diesel wurden bislang 250 mobile Geräte und Maschinen auf Rapsölkraftstoff (P100), Biodiesel (B100) oder paraffinischem Dieselkraftstoff (HVO) umgestellt.  

Im umfassenden TFZ-Bericht 93 "Umstellung von Landmaschinen auf Erneuerbare Antriebsenergien" fassen die Experten und Autoren Dr. Johannes Ettl, Dr. Klaus Thuneke, Dr.-Ing. Peter Emberger und Dr. Edgar Remmele die bisherigen Erfahrungswerte zusammen.

"Rund 120.000 Betriebsstunden Monitoring belegen: Leistung, Effizienz und Abgase sind auf Dieselniveau."

Die 5 wichtigsten Erkenntnisse, so die Zusammenfassung:

  • 250 Maschinen der bayerischen Staatsbetriebe wurden auf erneuerbare Antriebsenergien umgestellt. Allein die Bayerischen Staatsgüter betreiben alle 231 Maschinen erneuerbar und sparen jedes Jahr rund 430.000 Liter fossilen Diesel ein.
  • Untersuchungen an 29 Maschinen im Feld und am Prüfstand belegen, dass diese mit Rapsölkraftstoff, Biodiesel und hydriertem Pflanzenöl (HVO) genauso effizient und schadstoffarm arbeiten wie mit Diesel.
  • Die Umstellung von 184 Bestands-Dieselmaschinen auf HVO verlief größtenteils störungsfrei, lediglich bei älteren Maschinen traten vereinzelt Leckagen an Dichtungen sowie fehlerhafte Tankanzeigen auf.
  • Untersuchungen mit Biodiesel in neuen Dieseltraktoren zeigen, dass dieser eine zukunftsfähige Alternative darstellt, sofern Freigaben der Hersteller vorliegen. Mehrere Maschinen, die mit Rapsölkraftstoff jeweils über 10.000 Stunden betrieben wurden, zeichneten sich durch ihre Langlebigkeit aus.
  • Trotz bestehender Normen wurden bei allen Kraftstoffarten – auch bei Diesel – Qualitätsmängel festgestellt, was teilweise zu Beeinträchtigungen im Betrieb führte. Eine sorgfältige Qualitätssicherung ist deshalb entscheidend.

Den Link zum Download des gesamten Berichts finden Sie hier:

https://www.tfz.bayern.de/publikationen/berichte/405671/index.php