PRESSEMITTEILUNG DES TFZ Straubing am 26.8.2026:

653 PS Leistung, Raupenlaufwerk und futuristisches Design – im Technikum des Technologie- und Förderzentrums (TFZ) in Straubing steht derzeit ein Großtraktor des Landmaschinenherstellers CLAAS. Dabei handelt es sich um einen XERION 12.650 TERRA TRAC, der typischerweise auf sehr großen landwirtschaftlichen Flächen zum Einsatz kommt und daher selten in Bayern zu sehen ist. Den XERION hat CLAAS zu Testzwecken an die bayerische Forschungseinrichtung gebracht. Die Wissenschaftler sollen das Leistungs- und Abgasverhalten des Traktors mit hundert Prozent Biodiesel untersuchen.

Große Traktoren lassen sich nicht sinnvoll elektrifizieren, da die Physik hier klare Grenzen setzt. So müsste der CLAAS XERION mit 1.400 Litern Diesel im Tank als Elektroausführung grob 28 Tonnen Batterie mit einem Volumen von rund 14 Kubikmetern mitführen, um ohne nachladen die gleiche Arbeit leisten zu können.
Dr. Edgar Remmele, Abteilungsleiter am TFZ, forscht deshalb mit seinem Team daran, für leistungsintensive Anwendungen den passenden erneuerbaren Kraftstoff zu bestimmen. „Biodiesel sehen wir dafür als geeignete und weithin verfügbare Option. Mit unseren Prüfstandtests schaffen wir belastbare Daten, um den Einsatz von Biodiesel in schweren Landmaschinen zu bewerten“, so Remmele.

Deshalb untersuchen die Wissenschaftler des TFZ in den nächsten Wochen an dem XERION 12.650 Motorleistung, -wirkungsgrad und Abgasemissionen mit hundert Prozent Biodiesel (B100) im Vergleich zu fossilem Dieselkraftstoff.
Trotz gutem Kenntnisstand zu erneuerbaren flüssigen Kraftstoffen, wie Biodiesel, und ihrem emissionskonformen Einsatz in modernen Dieselmotoren, werden neue landwirtschaftliche Serienfahrzeuge noch selten für Biodiesel freigegeben. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit CLAAS soll deshalb ein Verfahren entwickelt werden, mit dem sich die gesetzlich limitierten Luftschadstoffemissionen von Bestandstraktoren beim Betrieb mit erneuerbaren Kraftstoffen reproduzierbar messen lassen. „Wir erhoffen uns Erkenntnisse, wie künftig Bestandsmaschinen mit erneuerbaren Kraftstoffen nachweislich unter Einhaltung gesetzlicher Emissionsgrenzwerte rechtssicher betrieben werden können“, sagt Dr.-Ing. Fabian Wohlfahrt, Strategischer Programmmanager bei CLAAS.

Die Forschungsarbeit wird von CLAAS finanziert. Das TFZ nutzt die Forschungserkenntnisse für die Methodenbeschreibung, die dann mit technischen Diensten und Behörden diskutiert werden soll. Denn die Experten sind sich einig: Der Einsatz nachhaltiger Biokraftstoffe ist ein wichtiger Baustein für eine klimaschonende und krisensichere Landwirtschaft.

Pressemitteilung des TFZ [Externer Link]